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Gepostet by on Mai 13, 2015 in Allgemein, Echte Liebe, Ehe | 1 Kommentar

Der Unterschied zwischen „verliebt sein“ und „in Liebe angekommen sein“

Der Unterschied zwischen „verliebt sein“ und „in Liebe angekommen sein“

Verliebt sein ist ein unordentliches Gefühl. Wir haben Schmetterlinge im Bauch, alles dreht sich und wir denken nur noch an das Objekt der Begierde. Wir verlieben uns meist recht schnell, es kommt plötzlich und oft unerwartet. Ein Gefühl überkommt uns und wir denken: „Wie konnte das nur passieren?“ Es ist so, als würden wir unser Gegenüber schon lange kennen, wissen, was der andere denkt und fühlt. Wir sind uns oftmals sogar sicher, dass es so noch nie zuvor war. All das stimmt. Doch meist verlieben wir uns in einen Menschen, der für uns eine Lektion, d.h. eine Lernaufgabe, bedeutet. Manchmal zeigt er uns den Weg zu unserer Dual- oder Zwillingsseele.

Wer in Liebe ankommt, für den ist „verliebt sein“ nur noch ein oberflächliches Erleben. Er kennt diese Schmetterlinge im Bauch gar nicht. Wie aus heiterem Himmel ist es klar: „Wir gehören zusammen“. Es gibt nichts auf der Welt, was diesen Umstand ändern könnte. Nach langer, langer aufregender Reise anzukommen. Aus Ungewissheit und Unruhe in Ruhe und Sicherheit zu landen. Es ist wie ein zuhause finden. Seine wirkliche Heimat finden. Unbeschreiblich für Menschen, die es nicht erlebt haben.

Mein Ehemann und ich sprechen oftmals die gleichen Worte aus, lachen über die gleichen Dinge und haben ein tiefes Verständnis füreinander. Wir spüren plötzlich die Nähe des anderen, sind unruhig, sobald einer auf Reisen geht und wissen schon vorher, wann der andere wieder da ist. Es ist eine tiefe, alte Seelenverwandtschaft, die zwischen uns besteht. Auch wir haben unser Karma. Auch wir leben nicht immer in Harmonie und auch unser Sex ist nicht immer erfüllend. Nein, manchmal geht es sogar auch ohne Sex. Und trotz alledem ist diese Liebe so groß und nicht beschreibbar, dass ich um keine Schmetterlinge der Welt mehr darauf verzichten möchte.
Ich liebe das Vertrauen und die Freiheit in meiner Ehe und wünsche jedem, einmal so viel Tiefe erleben zu dürfen.
Eure Mina

www.pixabay.com Fotograf:PublicDomainPictures

1 Kommentar

  1. In der Jugend so zwischen vierzehn und zweiundzwanzig war ich einige Male verliebt. In der Mehrzahl der Fälle unglücklich verliebt, das heißt, die Angebetete erwiderte diese Neigung nicht. Vielleicht war es das, was mich zu der Erkenntnis geführt hat, dass Verliebtsein nichts Erstrebenswertes ist.
    Nach meiner ersten, gescheiterten Ehe lebte ich fast ein Dutzend Jahre als Single. In der Zeit hatte ich manche kurzzeitige Beziehung zu Frauen, war aber nie verliebt. Eines Tages dann doch: Da erkannte ich die Frau, bei der ich mich „Nach langer, langer aufregender Reise“ und langem Suchen angekommen fühlte und mir sicher war, das ist die Frau für mich. Die eine, die Richtige. Sehr schnell stellte sich jedoch heraus, dass es mit dem verlieben so ähnlich ist wie mit dem versprechen, versehen, verlaufen, verfahren usw., das heißt es ging in die falsche Richtung und führte zu keinem Ziel.
    Als ich meine zweite Frau kennen lernte, fanden wir beide einander interessant und erotisch anziehend. Wenn wir nicht beide mit je einem anderen Partner an jenem Platz gewesen wären, hätten wir möglicherweise sogleich eine Beziehung begonnen. So aber blieb es bei der Feststellung des Interesses und der Attraktivität, so wie es uns hunderte Male in der Straßenbahn oder in der Kneipe geht. Und nichts wird draus.
    Diesmal gab es aber ein Wiedersehen, nicht von uns geplant, und ein weiteres, und irgendwann merkten wir, dass wir mehr voneinander wollten. Schmetterlinge? Jedenfalls nicht im Bauch.
    Wir sind jetzt fast zwanzig Jahre zusammen, davon fünfzehn verheiratet. Die Liebe ist groß, die Anziehung auch, wenn auch altersentsprechend verändert.
    Insofern gehe ich in Vielem, was du schreibst, Mina, konform, nicht jedoch mit: „Wir … sind unruhig, sobald einer auf Reisen geht und wissen schon vorher, wann der andere wieder da ist. Es ist eine tiefe, alte Seelenverwandtschaft, die zwischen uns besteht. Auch wir haben unser Karma.“ Wenn ihr das so spürt, schön für euch. Als Modell ist es meines Erachtens ungeeignet, denn es ist ein durch und durch romantisches Modell, das davon ausgeht, das wir den Einen oder die Eine suchen und und finden müssen, der/die für uns vom Karma her bestimmt ist und mit dem/der dann alles gut ist. Da wartet dann die Prinzessin auf den edlen Märchenprinzen und der Mann auf seine Venus – und wird zu leicht enttäuscht.
    Dies als Vorbild hinzustellen, würde auch viele andere Beziehung entwerten und vor allen Dingen den Erwartungshorizont viel zu hoch ziehen.
    Zum Schluss bin ich wieder ganz bei dir: Auch ich möchte meine tiefe, große Liebe nicht gegen Schmetterlinge tauschen, die doch so fragile kurzlebige Wesen sind.
    Till

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