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Gepostet by on Jan 11, 2015 in Allgemein, Ehe, Partnerschaft, Sex | 3 Kommentare

Warum ich über eine „Ehe“ und nicht eine „Partnerschaft“ ohne Sex schreibe

Warum ich über eine „Ehe“ und nicht eine „Partnerschaft“ ohne Sex schreibe

Natürlich gibt es auch Partnerschaften, die ohne Sexualität bestehen. Ein wesentlicher Unterschied zwischen einer Beziehung, die als eingetragene Lebensgemeinschaft – also als Ehe – funktioniert und einer Beziehung, in der man sich sicher ist, ohne Trauschein leben zu wollen, ist die Verbindlichkeit.

Die meisten Paare, mit denen ich in intensivem Kontakt stehe, sind zehn bis fünfzehn Jahre verheiratet. Meine Generation. Wir haben nicht geheiratet, weil ein Kind unterwegs war, sondern die meisten von uns haben frei und ungezwungen beschlossen, sich das Ja-Wort zu geben.
Die gefeierte Hochzeit und das Bekennen zu einer/m Partner/in haben etwas Endgültiges. Wir entscheiden uns dafür, mit dieser/m einen Menschen wenigstens den Versuch zu starten, in guten wie in schlechten Zeiten, den Rest unseres Lebens zu verbringen. Das hat den Vorteil, dass wir uns ganz und gar fallen lassen können. Wir dürfen uns dem Partner so zeigen, wie wir sind, denn wir sind ihm und uns sicher. Auch dann, wenn wir, im Falle des Misslingens, eine Scheidung in Betracht ziehen.

Partnerschaften haben immer etwas Offenes und Unverbindliches. Deshalb gehen die Partner auch anders miteinander um. Die schnelle Möglichkeit, den anderen jederzeit ohne große Umstände verlassen zu können, gaukelt Freiheit vor, die eigentlich Selbstbetrug ist. Gleichzeitig fehlt ihr die Verbindlichkeit, die die Partner dazu bringt, sich immer am Riemen zu reißen. Dies kann im Umkehrschluss bedeuten: in einer Partnerschaft sind beide stets bemüht, dem anderen ihr wahres Gesicht zu verbergen.

In einer Ehe hingegen werden wir viel intensiver mit den Schattenseiten des Partners/der Partnerin konfrontiert und müssen uns somit auch viel mehr mit unseren eigenen (unterdrückten, nicht gelebten) Schattenanteilen (die der andere uns unbewusst spiegelt) auseinandersetzen. Im günstigsten Fall geht dieser Prozess mit enormem Erkenntnisgewinn für beide Seiten einher und ist ein langfristiger Gewinn für die Verbundenheit der Ehepartner.

Es ist ein Trugschluss, dass der Sex in einer Partnerschaft immer frisch ist und nur in einer Ehe langweilig wird. Die Leidenschaft lässt in beiden Fällen meist nach, denn je länger die Lebensabschnittpartner miteinander leben, desto schwerer wird es, sich zu verstellen. Allerdings finde ich es viel einfacher, die Konsequenz des endgültigen Schlussstriches in einer Partnerschaft zu ziehen, weil man sich eben kein Versprechen gegeben hat.

Da das „Leiden“ an einem Mangel an Sex allerdings bei allen gleich ist, dürfen natürlich auch diejenigen, die in einer Partnerschaft leben und nicht verheiratet sind, mein Buch lesen.
Eure Mina

 

www.pixabay.com Fotograf: SplitShire

3 Kommentare

  1. Ich denke es gibt genügend die ohne Sex in die Ehe eingehen bzw. Geschlechtverkehr. Dennoch glaube ich aber nicht daran das Masturbatoren nicht im spiel sind. Irgendwie muss ja auch sein Sexleben auf eine andere Art und Weise es ausleben.

  2. Ich denke, es kommt darauf an, was wir glauben, wo wir stehen und wie wir Zusammenhänge betrachten. Was für ein Bild wir z.B. von Ehe haben oder von Partnerschaft – liegt daran, was uns geprägt hat und welche Erfahrungen wir machten.

    Ich selbst mag Freiwilligkeit, sie ist mir wesentlich. Ich möchte weder mich selbst zwingen und verpflichten, noch andere Menschen, am wenigsten die, die ich liebe.
    Aber ich kann gut verstehen, dass es sich für andere Menschen ganz anders anfühlt.

    Wenn ich selbst kein Interesse an Sex habe, keine Lust, oder meine Art Sexualität leben zu wollen, sich von der meines (Ehe)Partners zu sehr unterscheidet – weil sich Dinge einfach verändern im Leben… Ist die Frage, ob ich deshalb meinen Partner verlassen muss? Oder kann ich es erlauben, dass er seine sexuellen Bedürfnisse mit anderen teilt, die Lust dazu haben, aber kein Interesse an Partnerschaft haben?

    Ich denke – Sex ist nicht das Wesentlichste – in Ehe und Partnerschaft, sondern Vertrauen und Liebe und Verbundenheit…
    In erster Linie, jeder zu sich selbst, denn nur dann kann man es auch wahrhaftig zueinander haben.
    Denn wer sich auf sich selbst nicht verlassen kann, wer sich selbst nicht vertraut, nicht kennt, nicht versteht – kann das auch nicht einem Partner gegenüber.
    Hier sehe ich in den meisten Fällen das größte Problem. Jeder verlangt vom anderen etwas, was er selbst nicht kann…

    Wenn beide keinen Sex brauchen oder wollen – super… Doch wenn einer darunter leidet, weil ihm etwas fehlt – dann nützt es nichts, sich zur Enthaltsamkeit zu zwingen, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen und vom anderen zu erwarten, dass er sich anpasst… Denn das führt zu Unzufriedenheit und Unehrlichkeit. Entweder nur innerlich (sich selbst gegenüber) oder auch äußerlich und dies hat nicht selten innere Konflikte, Krankheit, oder auch krasses (sexuelles) Verhalten zur Folge und erzeugt innerliches und äußerliches Drama.

    Hier braucht es Wahrhaftigkeit und Selbsterkenntnis, Mut und Vertrauen, sich selbst darüber klar zu werden und das mit dem Partner zu teilen und vom Partner braucht es wirkliche Liebe, sehen und verstehen – jenseits vom Ego-Verstand, von Verlustängsten, Abhängigkeiten und Treueschwüren.

    Ein tiefer gemeinsamer Blick – WAS Sexualität ist und was sie jedem bedeutet und warum – kann einen Prozess in Gang bringen, wo mehr Liebe, mehr Verständnis und mehr persönliche Freiheit entsteht. Freiheit und Verbundenheit sind keine Gegensätze – sondern für ein liebendes Herz untrennbar.

  3. Ich bin der selber meinung wie der Grit. Das ist aber ein sehr guter Beitrag dazu!

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